Historisches
Geschichte der FDP-Beuel
Über die Entstehung der FDP in der ehemaligen Stadt Beuel ist nur wenig überliefert. Sie kandidierte erstmals am 5. September 1946 für den Gemeinderat, schaffte allerdings nur 2%. Das änderte sich zwei Jahre später, am 17. Oktober 1948, als die FDP mit zwei Stadtverordneten, Herrn Dr. KIESER und Herrn VON ENDE, in den Beueler Stadtrat einzog.
Im Februar 1951 schaffte die FDP in Beuel sage und schreibe 12% und drei Mandate. Stadtverordnete wurden damals Herr VON ENDE, Herr Fritz VAN EMPEL und Herr Helmut KRAHFORST. Ein Jahr später, im November 1952, konnte das Ergebnis sogar um ein weiteren Prozentpunkt auf 13% gesteigert werden.
Herr VAN EMPEL, der nach Herrn Dr. VLEUGELS zweiter Ehrenvorsitzender unseres Ortsverbandes wurde, ging 1952 in den Kreistag des Landkreises Bonn, dem er 17 Jahre lang, bis zur kommunalen Neugliederung, zuletzt als stellvertretender Landrat, angehörte. 1969 wurde unser rechtsrheinischer Stadtbezirk aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Beuel, Oberkassel und Holzlar gebildet.
Wie es im damals noch sehr kleinen Holzlar aussah, zeigt am besten eine Eintragung in der Holzlarer Schulchronik vom 24. Oktober 1952. Dort heißt es: “Straßenbeleuchtung – seit gestern brennen 5 Straßenlampen abends und morgens. Sie schalten sich automatisch ein und aus. Wieder ein Schritt näher zur großen Kultur!” Für den Holzlarer Gemeinderat kandidierten 1952 nur CDU und SPD. Erst später bildete sich eine FDP-Gruppe, in der an hervorragender Stelle der langjährige Schatzmeister der FDP, Herr Günter VIERNEKÄS, tätig war. In den 60er Jahren schaffte die Holzlarer FDP zweistellige Gemeindewahlergebnisse und stellte zwei Mitglieder im Rat.
Die 60er Jahre brachten für die FDP herbe Rückschläge in Beuel und Oberkassel. Am 25. April 1963 gab Herr Dr. VLEUGELS in Oberkassel seinen Ortsvorsitz ab. Unter neuer Führung schaffte die einstmals so starke FDP Oberkassel bei der Kommunalwahl im September 1965 nicht einmal 5% und schied aus dem Gemeinderat aus.
1969 wurde unser rechtsrheinischer Stadtbezirk aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Beuel, Oberkassel und Holzlar gebildet. Die erste Kommunalwahl nach der Neugliederung im November 1969 brachte für die rechtsrheinische FDP erneut weniger als 5%. Dennoch konnte die FDP dank des guten Ergebnisses im linksrheinischen Bereich in den Bonner Rat einziehen.
Nach der Wahl im Januar 1970 wurde der FDP-Ortsverband Bonn-rechtsrheinisch gegründet, dessen Vorsitz im Herbst von Herrn Dr. RÖPKE übernommen wurde. Damals hatte die FDP ca. 60 Mitglieder im Stadtbezirk, die sich untereinander nicht kannten und folglich auch keine Aktivitäten gemeinsam durchführten. Dies hat sich unter RÖPKES engagiertem Vorsitz gründlich und schnell geändert. Er führte damals den “Beueler Mittwoch” ein, einen Jour-Fixe, der danach regelmäßig im Beueler Rathaus bzw. im Rathausrestaurant stattfand. Mit großem Einsatz machte er sich zunächst den Mitgliedern und dann den Bürgern im Stadtbezirk bekannt.
Getreu der Devise von Herrn Dr. VLEUGELS, dass der Schlüssel zum politischen Interesse der Bürgerinnen und Bürger in der Kommunalpolitik liege, hat Herr Dr. RÖPKE die kommunalpolitische Arbeit der FDP Beuel intensiviert. Dr. RÖPKE war der erste, der mit Plänen von Straßenausbauten und Bebauungsplänen zu den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern ging. Er musste sich damals heftigen Anfeindungen aussetzen, die von der mit absoluter Mehrheit regierenden CDU ausgingen, weil sich diese als Honoratiorenpartei begriff und auch so handelte.
Von 1970 bis 1975 tat sich die Partei sehr schwer, da sie damals nicht im Rat vertreten war. Das änderte sich bei der Wahl im Jahre 1975, die für Herrn Dr. RÖPKE das erste Ratsmandat brachte. Gleichzeitig konnte mit Herrn BORGBÖHMER ein Mitglied in die neu gewählte Bezirksvertretung entsandt werden.
Die engagierte Arbeit von Dr. RÖPKE zahlte sich dann bei der nächsten Wahl im Jahre 1979 erneut und deutlich aus, als die Beueler FDP mit 11% das beste Ergebnis aller vier Stadtbezirke für die FDP errang. In den 80er Jahren konnte dieser Erfolg jedoch nicht gehalten und auch nicht wiederholt werden. Dr. RÖPKE trat 1985 vom Vorsitz zurück, damals schon von schwerer Krankheit gezeichnet.
Ihm folgte Herr Heinz SCHÄTZER als Vorsitzender. Unter seiner Führung gelang es der FDP bei der Kommunalwahl im Jahre 1989 nach über 40 Jahren absoluter Mehrheit der CDU diese endlich zu brechen. Der Beueler Ortsvorsitzende zog in den Rat der Stadt Bonn ein und wurde Fraktionssprecher für die Stadtplanung und gleichzeitig stellvertretender Fraktionschef der Stadtratsfraktion.
1991 gab Herr SCHÄTZER seinen Ortsvorsitz ab. Sein Nachfolger wurde im Januar 1991 Herr Falk KIVELIP. Die guten Wahlergebnisse der damaligen Zeit brachten der Beueler FDP große Resonanz bei ihren Mittwochsveranstaltungen. Dies zeigen auch die Presseberichte jener Zeit über die lebhaften Diskussionen um die Reizthemen der großen Politik, wie z.B. Schwangerschaftsabbruch, die Sicherheitspolitik oder den großen Lauschangriff.
Trotz dieses Hochs wurde die FDP vom Stimmungsumbruch erfasst und erreichte bei der Kommunalwahl im Jahre 1994 mit 3,8% das schlechteste Ergebnis der vergangenen 20 Jahre. Die Bonner FDP insgesamt verpasste ebenfalls den Einzug in den Stadtrat.
Geschichte der FDP Oberkassel
Die Entwicklung der Freien Demokratischen Partei im heutigen Stadtbezirk Beuel der Bundesstadt Bonn hat viele Wurzeln. Dies hat seinen Grund darin, dass der rechtsrheinische Bonner Stadtbezirk, den wir heute insgesamt als Beuel bezeichnen, vor der kommunalen Neuordnung 1969 aus der ehemaligen Stadt Beuel und einigen kleineren Umlandgemeinden entstanden ist, die teils als selbstständige Gemeinden dem Rhein-Sieg-Kreis angehörten.
Leider ist uns über die Frühzeit der eigentlichen Beueler FDP kurz nach dem Kriege kaum etwas überliefert. Dem 1972 verstorbenen ersten Ehrenvorsitzenden der rechtsrheinischen FDP, dem Oberkasseler Arzt Dr. Hermann VLEUGELS, ist es zu verdanken, dass zumindest die Gründung der Oberkasseler FDP aus den uns überlassenen Unterlagen und Originaldokumenten nachvollzogen werden kann. Am Freitag, den 16. August 1946, versammelten sich die Oberkasseler Vertreter der damals existierenden Untergruppe Siebengebirge der Kreisgruppe Sieg der FDP, um einen eigenen Ortsverband für Oberkassel zu gründen.
Vorsitzender dieser neugegründeten Ortsgruppe wurde Herr Dr. VLEUGELS. Die neue Ortsgruppe war zuständig für den Bereich des Amtes Oberkassel, dem neben der damaligen Gemeinde Oberkassel mit Nieder- und Oberdollendorf sowie Heisterbacherrott Teile der heutigen Stadt Königswinter angehörten. Bei ihrer Gründung hatte die Ortsgruppe 7 Mitglieder. Der Mitgliederbestand erhöhte sich bis Ende 1946 auf 14 und wuchs im Laufe des Jahres 1947 auf 25 Mitglieder an.
In den folgenden Jahren schwankte die Mitgliederzahl nur wenig, aber die Fluktuation war erheblich. Die neue Ortsgruppe entwickelte eine rege kommunale und allgemeine politische Tätigkeit. Dr. VLEUGELS verfasste damals regelmäßig Wochenberichte an die Kreispartei, deren Durchschriften uns erhalten geblieben sind. Schon damals kannte die Oberkasseler Partei einen wöchentlichen Jour-Fix: Man traf sich regelmäßig freitags.
Den Wochenberichten ist zu entnehmen, dass damals an jedem ersten Freitag im Monat im Hotel Rheinischer Hof zu Oberkassel Mitgliederversammlungen stattfanden, zu denen für die damalige Zeit prominente Redner eingeladen wurden. Die Versammlungen waren öffentlich und zum Teil sehr gut besucht. So sprach zum Beispiel am 4. Oktober 1946 ein damals prominenter Zeitgenosse namens Karl ZELL zum Thema: “Unser Weg zur Arbeit, Brot und Freiheit”. 40 Personen nahmen an der Veranstaltung der Oberkasseler FDP teil.
Nach jeder Vorstandssitzung wurden Anträge zu aktuellen kommunalen Problemen an die Gemeinde gestellt. Zudem gab es einen festen Freundeskreis von etwa 100 Personen, der ständig über die Aktivitäten der FDP informiert wurde. Neubürger wurden besonders begrüßt.
Diese intensive Arbeit zahlte sich aus. Bei der Gemeinderatswahl am 9. November 1952 wurde die FDP zur stärksten Partei in Oberkassel. Sie erhielt 6 Mandate, die CDU 5, die SPD 4 und das Zentrum 3. Im Rat der Gemeinde saßen für die FDP nicht nur Parteimitglieder, sondern auch parteilose, denn damals war es noch üblich, dass die Partei prominenten Bürgern aus ihrem Freundeskreis Kandidaturen und auch aussichtsreiche Listenplätze anbot.
Bürgermeister wurde in diesem Jahr allerdings nicht der Sprecher der FDP, Herr Dr. VLEUGELS, sondern ein CDU-Mann mit Unterstützung der SPD. Dr. VLEUGELS gehörte insgesamt 16 Jahre dem Rat der Gemeinde in Oberkassel an (von 1948 bis 1964). Seiner Initiative ist es unter anderem zu verdanken, dass die Gemeinde das heutige Bürgerparkgelände erwarb und der Öffentlichkeit zugänglich machte.
Als langjähriges Mitglied des Sozialausschusses nahm sich Dr. VLEUGELS der Ärmsten der Armen an. Der FDP Ortsverband Oberkassel entwickelte sich unter seiner Leitung zu einem der mitgliederstärksten im Siegkreis und entfaltete weiterhin eine rege Tätigkei, die bis zum Rücktritt von Dr. VLEUGELS nachhaltig anhielt.
In zahlreichen gut besuchten Veranstaltungen sprachen prominente Redner. Bei einem Vortrag des damaligen deutschen Botschafters in Moskau, Dr. Hans KROLL, wurde die für Oberkassel unerwartete Teilnehmerzahl von 144 Personen gezählt.


